Soziotherapie




Verordnungsfähige Diagnosen bei Soziotherapie

Zur Bestimmung des Ausmaßes der Beeinträchtigung der Aktivität soll die GAF Skala herangezogen werden.
Orientierungswert ist 40 (höchstens ≤ 50).

Schwere psychische Erkrankungen in diesem Sinne sind solche aus den Bereichen des schizophrenen Formenkreises mit den ICD10 Nrn.:

F20.0-20.6Schizophrenie
F21schizotype Störung
F22anhaltende wahnhafte Störung
F24induzierte wahnhafte Störung
F25schizoaffektive Störung

und der affektiven Störungen mit den ICD10 Nrn.:

F31.5gegenwärtig schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen im Rahmen einer bipolaren affektiven Störung
F32.3schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen
F33.3gegenwärtig schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung


Schwer psychisch Erkrankte mit Diagnosen aus dem Bereich F00 bis F99, die nicht unter den oben genannten Absatz fallen, finden sich hier wieder:

In begründeten Einzelfällen kann eine ärztliche Verordnung von Soziotherapie zum Tragen kommen, wenn bei der oder dem Versicherten in Abweichung des in Absatz Wertes hier ein GAF Wert ≤ 40 gilt und wenn sich aufgrund der Gesamtsituation und nach fachärztlicher Einschätzung eine medizinische Erforderlichkeit insbesondere aus einem der nachfolgend genannten Kriterien ergibt:

  • relevante Co- Morbiditäten (psychiatrische, wie z.B. Persönlichkeits-störungen oder Suchterkrankungen, oder somatische, wie z.B. Mobilitätseinschränkungen oder chronische Schmerzerkrankungen)
  • stark eingeschränkte Fähigkeit zur Planung, Strukturierung und Umsetzung von Alltagsaufgaben
  • eingeschränkte Fähigkeit zur selbständigen Inanspruchnahme ärztlicher und ärztlich verordneter Leistungen sowie zur Koordination derselben, oder stark eingeschränkte Wegefähigkeit

GAF-Skala (Global Assessment of Functioning)

In der GAF-Skala werden nur die psychischen sozialen oder beruflichen Funktionsbereiche beurteilt.
Die Instruktionen geben vor: "Funktionsbeeinträchtigungen aufgrund von körperlichen (oder umgebungsbedingten) Einschränkungen sollen nicht einbezogen werden". In den meisten Fällen sollte die Bewertung der GAF-Skala sich auf den aktuellen Zeitraum beziehen (also das Funktionsniveau zum Zeitpunkt der Beurteilung), da der Skalawert für das augenblickliche Funktionsniveau in der Regel den Bedarf an Behandlung und Fürsorge widerspiegelt.

Code (Benutzen Sie auch entsprechende Zwischenwerte, z. B: 45, 68, 72)

100-91
Hervorragende Leistungsfähigkeit in einem breiten Spektrum von Aktivitäten; Schwierigkeiten im Leben scheinen nie außer Kontrolle zu geraten; keine Symptome.

90-81
Keine oder nur minimale Symptome (z.B. leicht Angst vor einer Prüfung), gute Leistungsfähigkeit in allen Gebieten, interessiert und eingebunden in ein breites Spektrum von Aktivitäten, sozial effektiv im Verhalten, im allgemein zufrieden mit dem Leben, übliche Alltagsprobleme oder -sorgen (z.B. nur gelegentlicher Streit mit einem Familienmitglied).

80-71
Wenn Symptome vorliegen, sind dies vorübergehende oder zu erwartende Reaktionen auf psychosoziale Belastungsfaktoren (z.B. Konzentrationsschwierigkeiten nach einem Familienstreit); höchstens leichte Beeinträchtigung der sozialen beruflichen und schulischen Leistungsfähigkeit (z. B. zeitweises Zurückbleiben in der Schule).

70-61
Einige leichte Symptome (z.B. depressive Stimmung oder leichte Schlaflosigkeit ODER einige leichte Schwierigkeiten hinsichtlich der sozialen, beruflichen oder schulischen Leistungsfähigkeit (z. B. gelegentliches Schuleschwänzen oder Diebstahl im Haushalt), aber im allgemeinen relativ gute Leistungsfähigkeit, hat einige wichtige zwischenmenschliche Beziehungen.

60-51
Mäßig ausgeprägte Symptome (z.B. Affektverflachung, weitschweifige Sprache, gelegentliche Panikattacken) ODER mäßig ausgeprägte Schwierigkeiten bezüglich der sozialen, beruflichen oder schulischen Leistungsfähigkeit (z. B wenige Freunde, Konflikte mit Arbeitskollegen, Schulkameraden oder Bezugspersonen).

50-41<
Ernste Symptome (z. B Suizidgedanken, schwere Zwangsrituale, häufige Ladendiebstähle) ODER eine Beeinträchtigung der sozialen, beruflichen und schulischen Leistungsfähigkeit (z. B. keine Freunde, Unfähigkeit, eine Arbeitsstelle zu behalten).

40-31
Einige Beeinträchtigungen in der Realitätskontrolle oder der Kommunikation (z. B. Sprache zeitweise unlogisch, unverständlich oder belanglos) ODER starke Beeinträchtigung in mehreren Bereichen, z B. Arbeit oder Schule, familiäre Beziehungen, Urteilsvermögen, Denken oder Stimmung (z. B. ein Mann mit einer Depression vermeidet Freunde, vernachlässigt seine Familie und ist unfähig zu arbeiten; eine Kind schlägt häufig jüngere Kinder, ist zu Hause trotzig und versagt in der Schule).

30-21
Das Verhalten ist ernsthaft durch Wahnphänomene oder Halluzinationen beeinflusst ODER ernsthafte Beeinträchtigung der Kommunikation und des Urteilsvermögens (z.B. manchmal inkohärent, handelt grob inadäquat, starkes Eingenommensein von Selbstmordgedanken ODER Leistungsunfähigkeit in fast alles Bereichen (z. B. bleibt den ganzen Tag im Bett, hat keine Arbeit, Kein Zuhause und keine Freunde).

20-11
Selbst- und Fremdgefährdung (z. B. Selbstmordversuche ohne eindeutige Todesabsicht, häufig gewalttätig, manische Erregung) ODER ist gelegentlich nicht in der Lage, die geringste Hygiene aufrechtzuerhalten (z. B. schmiert mit Kot) ODER grobe Beeinträchtigung der Kommunikation (größtenteils inkohärent oder stumm).

10-1
Ständige Gefahr, sich oder andere schwer zu verletzen (z. B. wiederholte Gewaltanwendung) ODER anhaltende Unfähigkeit, die minimale persönliche Hygiene aufrechtzuerhalten ODER ernsthafter Selbstmordversuch mit eindeutiger Todesabsicht.


Behandlungsschwerpunkte von Atlantis

Patienten mit

  • einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis und/oder
  • einer schweren Depression oder
  • einer schizotypen Persönlichkeitsstörung

Soziotherapie und APP unterscheiden sich nicht nur in den Diagnosen, sondern auch in der Einteilung der sogenannten "GAF- Skala", die die unterschiedlichen Krankheitsgrade kennzeichnet.

Weiterhin ist die Bewilligung der verordneten Stundenanzahl nicht am Wochenbedarf gekoppelt, sondern es werden als Block jeweils 30 Stunden genehmigt.

Dauer und Frequenz der soziotherapeutischen Behandlung sind abhängig von dem individuellen Therapiebedarf, d. h. den medizinischen Erfordernissen.

Insgesamt ist die Verordung von 4 x 30 Stunden, also 120 Stunden innerhalb von 3 Jahren möglich.

Die Erkrankungen, die der Soziotherapie bedürfen, sind gekennzeichnet durch folgende Fähigkeitsstörungen:

  • Beeinträchtigung durch Störungen des Antriebs, der Ausdauer und der Belastbarkeit durch Unfähigkeit zu strukturieren
  • Durch Einschränkungen des planerischen Denkens und Handelns sowie des Realitätsbezuges
  • Störungen im Verhalten mit Einschränkung der Kontaktfähigkeit und fehlender Konfliktlösungsfähigkeit
  • Einbußen im Sinne von Störungen der kognitiven Fähigkeiten wie Konzentration und Merkfähigkeit, der Lernleistungen sowie des problemlösenden Denkens
  • Mangelnde Compliance im Sinne eines krankheitsbedingt unzureichenden Zugangs zur eigenen Krankheitssymptomatik und zum Erkennen von Konfliktsituationen und Krisen.

Krankenhausbehandlungsbedürftigkeit

Ambulante Soziotherapie ist insbesondere bei Patienten indiziert,

  • bei denen eine stationäre Behandlung unmittelbar droht
  • die im letzten Jahr mehrfach wegen der schweren psychiatrischen Symptomatik stationär behandelt werden mussten.

Bei diesen Patienten kann die Soziotherapie durch Anleitung des Patienten zur weiteren Inanspruchnahme der ambulanten ärztlichen und ärztlich verordneten Leistungen die Krankenhausbehandlung verkürzen oder vermeiden.

Soziotherapie kann nur von Psychiatern / Psychiaterinnen verordnet werden.









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