Zusätzliche Betreuungsleistungen SGB XI §45b




Stand Juni 2014

Anspruchsberechtigter Personenkreis:


Pflegebedürftige der Pflegestufen 1 bis 3 und Personen, die zwar einen Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung haben, die Voraussetzungen der Pflegestufe 1 noch nicht erfüllen (sogenannte Pflegestufe 0),
haben Anspruch auf zusätzliche Betreuungsleistungen, wenn sie an einer Demenzerkrankung, einer geistigen Behinderung oder psychischen Erkrankung leiden, die sie in der Gestaltung der täglich zu bewältigenden Aufgaben in erheblichem Umfang eingeschränkt.

Welche Voraussetzungen müssen konkret erfüllt sein?


Die Person, für die die Leistungen beantragt werden, muss einen Antrag auf Einstufung in eine Pflegestufe gestellt haben. Bei der anschließend erfolgenden Begutachtung durch den MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) wird festgestellt, ob die Voraussetzungen für den zusätzlichen Betreuungsbedarf bestehen oder nicht.

Zur Beurteilung der Einschränkung der Alltagskompetenz sieht der Gesetzgeber einen Katalog von 13 Kriterien vor und definiert, dass eine erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz vorliegt, wenn bei mindestens zwei der folgenden Kriterien eine Einschränkung vorliegt
(davon muss mindestens eine Einschränkung aus den Kriterien 1 bis 9 vorliegen):

  • 1. unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereiches (Weglauftendenz)
  • 2. Verkennen oder Verursachen gefährdender Situationen
  • 3. unsachgemäßer Umgang mit gefährlichen Gegenständen oder potenziell gefährdenden Substanzen
  • 4. tätlich oder verbal aggressives Verhalten in Verkennung der Situation
  • 5. im situativen Kontext inadäquates Verhalten
  • 6. Unfähigkeit, die eigenen körperlichen und seelischen Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmen
  • 7. Unfähigkeit zu einer erforderlichen Kooperation bei therapeutischen oder schützenden Maßnahmen als Folge einer therapieresistenten Depression oder Angststörung
  • 8. Störungen der höheren Hirnfunktionen (Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, herabgesetztes Urteilsvermögen), die zu Problemen bei der Bewältigung von sozialen Alltagsleistungen geführt haben
  • 9. Störung des Tag-/Nacht-Rhythmus
  • 10. Unfähigkeit, eigenständig den Tagesablauf zu planen und zu strukturieren
  • 11. Verkennen von Alltagssituationen und inadäquates Reagieren in Alltagssituationen
  • 12. ausgeprägtes labiles oder unkontrolliert emotionales Verhalten
  • 13. zeitlich überwiegend Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit aufgrund einer therapieresistenten Depression

Können nur immer genau 100.- € bzw. 200.- € je Monat in Anspruch genommen werden?


Nein, der Anspruch bezieht sich immer auf ein Kalenderjahr. D.h. wenn der Anspruch im August eines Jahres mit monatlich 100.- € festgestellt wird, besteht ein Anspruch für das Jahr von 500.- €. Wird der Betrag in einem Jahr nicht voll ausgeschöpft, kann er noch bis zum Ablauf des ersten Halbjahres des Folgejahres in Anspruch genommen werden.

Unsere Leistungen sind individuell an den Bedürfnissen des Klienten ausgerichtet.












Kontakt


Atlantis-Warnicke GmbH

Hunoldstraße 72
26203 Wardenburg-Hundsmühlen

Tel: 0441-94 91 92 96
Fax: 0441-94 91 92 95

E-Mail:
email

Bürozeiten:
Montag bis Donnerstag
08:00 bis 17:00
Freitag
08:00 bis 12:00

logo